Einladung zur Ausstellung „scriptorium“ von Monika Schrickel und Horst Hübsch

Zur Eröffnung der Ausstellung „scriptorium“ von Monika Schrickel und Horst Hübsch in der Alten Lateinschule in Illingen laden wir Sie herzlich ein!

Monika Schrickel – Schriftungen

Ein Teil meiner Galeriearbeit soll Künstlerinnen gewidmet werden, die sich ihren Weg im männlich dominierten und determinierten Kunstbetrieb noch mit viel Durchhaltevermögen bahnen mussten.

Monika Schrickel, 1940 in Bautzen geboren, Vorsitzende des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Saarland e. V., gehört zu dieser Generation, in eine Zeit, über die die Künstlerin und Schriftstellerin Gisela Breitling, geboren 1939 in Berlin, so überzeugend zu berichten wusste. Ihre Werke „Die Spuren des Schiffs in den Wellen: Eine autobiographische Suche nach den Frauen in der Kunstgeschichte“ und „Der verborgene Eros: Weiblichkeit und Männlichkeit im Zerrspiegel der Künste“ haben meinen kunsthistorischen Blick entschieden erweitert. Deshalb ist diese Ausstellung Gisela Breitling gewidmet, die 2018 nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Am 27. Mai wäre sie 80 Jahre alt geworden.

In einer digitalisierten Welt, in der getippt und gedaddelt wird, widmet Monika Schrickel seit rund 20 Jahren ihre Aufmerksamkeit den Schriften der Menschheit. Schriften, die Jahrtausende alt sind, Schriften, deren Botschaft wir nicht entschlüsseln können, Schriften, die wir kennen und viele, die wir nicht kennen. Von indischen bis indianischen Zeichen, von Din A 4 bis zu meterlangen Bahnen. Zarte Pergamentpapiere, starkes Bütten, in Tusche, in Farben. Sie erschafft ein neues kleines Universum, ihre Arbeiten sind wie ein Schlüsselloch, so fein und kostbar sie uns auch begegnen, sie eröffnen uns eine neue Zeitachse.

 

Horst Hübsch – Seismographisches

1952 Saarbrücken bis 2001 Homburg

Horst Hübsch studierte an der Fachhochschule des Saarlandes, Fachbereich Design, Saarbrücken und absolvierte eine Lehre zum Steinbildhauer. Danach kam das Studium der freien Künste an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit den 1980er Jahren beschäftigte ihn das Wesen der menschlichen Existenz, dies immerwährende ‚Woher kommen wir, was machen wir hier, wohin gehen wir‘. Ein großer Teil seiner Arbeiten ist diesen Fragen im sinnlich leiblichen Kontext gewidmet, dem Ausgeliefertsein des Körpers und der Seele mit all den Leidenschaften, Verwundungen, Schmerzen und Ekstasen. Bevor in den 1990er Jahren sich die Christusfigur zum Thema Kreuz und Tod wandelt und dunkelt, gibt es eine Werkgruppe die seismographisch das ‚Menschliche‘ in schriftartige Spuren transponiert.

Diesen selten gezeigten Werken soll in der aktuellen Ausstellung Aufmerksamkeit gewidmet werden. Im Kontext mit seinen typischen Arbeiten wird deutlich, wie das Phänomen Schrift Einzug hält in sein Oeuvre. Dabei liegt sein Schwerpunkt nie auf dem informativen Aspekt von Schrift, auch wenn dieser vorhanden ist, sondern immer auf dem graphisch sinnlichen.

 

Details:

Vernissage: Sonntag, den 16. Juni, 11.30 Uhr

Es sprechen: Dr. Ingeborg Besch und Monika Schrickel

Ausstellung vom  16. Juni – 21. September 2019

Öffnungszeiten: donnerstags 15 – 19 Uhr; samstags 11 – 17 Uhr  und nach Vereinbarung

Ort der Ausstellung: Galerie in der Alten Lateinschule; Lateingasse 5, 66557 Illingen

(Für Navigator: Illingen, Eisenbahnstraße 5; (Parkplätze). Vor Café Klein Lateingasse zwei Minuten abwärts laufen bis zur Nr. 5, hellblaues Haus auf der rechten Seite.)