Hildur Ines

Hildur Ines

 

 

„Wer in der Malerei nur will oder sucht, was er sich wünscht, wird niemals etwas finden, was seine Vorlieben überschreitet.“
René Magritte

» Kunst ist Verwandlung « Die Künstlerin beginnt ihre Bilder intuitiv, ohne vorgefasstes Programm. Aus dem Unterbewußtsein treten Dinge zu Tage, die sie nicht vorherbestimmen kann. Diese inneren Bilder setzt die Künstlerin nicht in konkrete Dinge um.
Mit einem besonderen Gefühl für Rhythmus und durch subtile Farbklänge erzählt sie freie, assoziative Bildgeschichten. Die Arbeiten strahlen Ruhe, Klarheit und Sinnlichkeit aus. Die sichtbare ästhetische Sensibilität besitzt eine suggestive Kraft, die den Betrachter fesselt. Wenn man sich auf diese Bilder einlässt – auf die Farbstimmungen, die zeichenhaften, fragilen Striche, Sinnbilder und Symbole – erscheinen sie wie der Anfang einer Geschichte, die der Betrachter weiterspinnen kann. Bei der Übertragung in die Begriffe der Sprache bleibt aber immer etwas Unübersetzbares, Rätselhaftes.
Das Prozeßhafte der Bildentstehung läßt die Malerin sichtbar stehen: Farbschichten überlagern sich, Linien werden verdeckt und wieder freigelegt, gebrauchte Papiere eingeklebt. Im scheinbar Alltäglichen entdeckt sie die besondere Schönheit. Das kann eine abbröckelnde Wand sein, das Moos zwischen Betonplatten – Spuren der Vergänglichkeit. Mit dieser besonderen Wahrnehmungsbegabung verwandelt die Künstlerin ihre Eindrücke zu dichten Bildern, die manchmal an das Freilegen von Schichten erinnern, an das Festhalten eines bestimmten Zustandes, der sich schnell verflüchtigen könnte: Mehrdeutig sind auch die Kokonformen, ein Gespinst zum Umhüllen, Schutz und Geborgenheit gebend – oder sind es Flugkörper zu neuen Ufern?
In einer reizüberfluteten Umwelt will die Künstlerin das Wahrnehmungsvermögen schulen, Dinge neu zu sehen.
Die Bilder von Ines Hildur haben etwas offenes, sie laden ein zum Dialog. Vielleicht wird es eine Zwiesprache zwischen den Erwartungen des Betrachters und dem Bild. Diese Spur kann man aufnehmen, die sich hinter der Offensichtlichkeit verbirgt und dem Geheimnis näher kommt, die Kunstwerke immer haben.
Andrea Richter-Mahlo I Kunsthistorikerin I Leipzig

Arbeitsweise/Materialien: Ines Hildur arbeitet im Spannungsfeld zwischen Intuition und bewusster Entscheidung, zwischen impulsivem Malprozeß und überlegtem Dialog mit dem Bild. Sie experimentiert mit den unterschiedlichsten Materialien: Pigmente, Steinmehle, Asche und Kreiden pudrig trocken aufgestäubt oder wässrig gebunden, Bitumenlack, Kaffee, Wachs, Kohle, Graphit, Eisenstaub gerostet, Acryl, eingeklebte Papiere u.a. auf Leinwand, Papier und Holz.

GEBOREN IN FREIBERG/SACHSEN/DEUTSCHLAND
STUDIUM DER ARCHITEKTUR AN DER TU DRESDEN  1977-82
ARBEIT ALS ARCHITEKTIN IN DRESDEN, SAARBRÜCKEN,
SALZBURG UND LEIPZIG  SEIT 1982

KÜNSTLERISCHE AUSBILDUNG:
HOCHSCHULE DER KÜNSTE SAAR, SAARBRÜCKEN 1991
INTERNATIONALE SOMMERAKADEMIEN DER BILDENDEN KÜNSTE IN SALZBURG:
STRAWALDE (BERLIN) 1991
PAOLO PIVA (VENEDIG, WIEN) 1992
GUNTER DAMISCH (WIEN) 1995 UND 1998
NANCY SPERO UND LEON GOLUB (NEW YORK) 1996

AUSSTELLUNGEN SEIT 1994

DOZENTENTÄTIGKEIT UND KUNSTPROJEKTE IM BEREICH FREIE MALEREI SEIT 2002
AN VERSCHIEDENEN KUNSTAKADEMIEN UND KUNSTPLATTFORMEN
IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH, DER SCHWEIZ, FRANKREICH UND ITALIEN

LEBT UND ARBEITET FREISCHAFFEND ALS GRENZGÄNGERIN ZWISCHEN
ANGEWANDTER UND FREIER KUNST IN LEIPZIG UND ZEITWEISE AN DER COTE D’AZUR